Domaine Billaud-Simon, Chablis

Das Weingut ist mit Grand Crû-Lagen reich gesegnet. In der französischen Presse wird die Wiedergeburt des traditionsreichen Weingutes gefeiert, wir finden sie etwas zu gefällig und rund. Es fehlt an Charakter.


Maison Jean-Marc Brocard

Die Kellerei liegt etwas außerhalb von Chablis, im Örtchen Préhy. Brocard besitzt einige Hektar Weinberge, doch kauft er von Vertragswinzern noch bedeutende Mengen zu. Bei ihm fasziniert die Tatsache, daß trotz der großen Produktion erstklassige Chablis erzeugt werden - alle Weine reflektieren auf vorbildliche Weise die Eigenschaften ihrer Lage. Besonders gut gefällt mir bei ihm der Premier Cru "Montée de Tonnerre", für mich wegen seines ausgeprägten Bodengeschmacks ein Idealbild des Chablis.


Domaine du Chardonnay

Unter diesem Weingutsnamen haben sich drei oder vier Winzer zusammengeschlossen und erzeugen moderne, fruchtige, unkomplizierte Spaß-Chablis. Die Weine sind sicher nichts für Chablis-Puristen, doch angesichts der Massen an banalem Chablis ist diese Domaine immer eine gute Wahl.


Domaine Jean Dauvissat

Diese Domäne habe ich 1993 besucht, meine Eindrücke sind also nicht mehr taufrisch. Daß das positive Bild dieses Weinguts auch heute noch Bestand hat bestätigte mir kürzlich noch der Sommelier der "Résidence" in Essen-Kettwig, Alfred Voigt, und ein motivierter Weinhändler aus Ratingen, Tony van den Broeke.


Domaine René et Vincent Dauvissat, Chablis

Nach Raveneau ist dies traditionell der zweite große Name für authentischen Chablis. Daß Dauvissat es nicht geschafft hat, die Qualität Raveneaus zu erreichen mag auch daran liegen, daß er relativ hohen Erträgen gegenüber nicht abgeneigt ist. Sicher sind 60 hl\ha nicht viel für die Chardonnay-Traube, doch ist die Wahrscheinlichkeit natürlich deutlich größer, mit 35 hl\ha denkwürdige Weine zu erzeugen. Als Fazit bleibt ein anständiger zweiter Platz, der mittlerweile mit einem Dutzend ebenbürtiger Winzer geteilt werden muß.


Maison Drouhin, Beaune

Drouhin hat in den vergangen Jahren etwas von seinem Glanz verloren, doch sind die Chablis dieses Hauses sehr gut gemacht. Am Besten ist vielleicht der Vaillons, dessen frische und zugleich gehaltvoll-mineralische Art dem Idealbild eines Chablis nahekommt. Der Charakter des Vaudésir weist deutlich auf die Côte d Or-Wurzeln Drouhins hin - mehr Chassagne-Grand Crû als Chablis.


Domaine Long-Depaquit, Chablis

Die Domaine Long-Depaquit gehört der in Beaune ansässigen Firma Albert Bichot.
Long-Depaquit ist traditionell einer der großen Namen des Chablis, doch paßt für uns der alte texanische Ausspruch "Wheres the beef?!" noch am ehesten. Es sind keine schlechten Weine, keine herausragenden Weine, eben die typische Qualität für den ambitionierten Supermarkt. Am interessantesten sind hier Vaillons und der Grand Crû Moutonne, das Filetstück des Vaudésir und vielleicht bester Weinberg des Anbaugebiets. Das Gutshaus soll sehr schön sein.


Domaine des Malandes, Chablis

Dies ist ein recht gutes Weingut, das für seine modernen, doch typischen Weine bekannt ist. Selbst der einfache Chablis gefällt und weist die mineralischen Noten auf, die einen Chablis auszeichnen. Der Premier Crû "Côte de Léchet" gefällt in seiner Jugend durch Zitrusaromen (Zitrone, Banane), der Grand Crû aus der Lage "Les Clos" verlangt nach einigen Jahren der Flaschenreife.



Coopérative "La Chablisienne"
Domaine Ghislaine et Jean-Hugues Goisot, Saint-Bris-les-Vineux
Domaine Alice et Olivier De Moor, Courgis
Domaine Jean-Pierre Grossot, Fleys
Domaine Pinson
Domaine Jean-Marie Raveneau

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