Beaune

Beaune ist die Hauptstadt der Côte und des Weinhandels von Burgund. Die jährlichen Weinversteigerungen der Hospices de Beaune bestimmen die Preise für die ganze Region. Unter den Weinbergen des Hospices sind die besten der gesamten Côte - manche würden auch sagen: der Welt - zu finden.
Gerade 25.000 Einwohner machen Beaune in Frankreich schon zu einem regionalen Zentrum, und - wie bei vielen Städten Frankreichs dieser Größe - wirkt Beaune durch die weitverstreute Peripherie um ein Vielfaches bevölkerungsreicher als vergleichbare Städte in Deutschland.
Die meist recht zahlreichen Touristen in der Stadt füllen auch die große Fußgängerzone der Innenstadt mit ihren zahlreichen Wein-, Spezialitäten- und Andenkenläden.
Trotzdem bietet die Stadt mit ihrem südländischem Flair, vielen schönen Häusern, Restaurants und Weinprobierstuben einiges für ihre Besucher.
Das Hôtel-Dieu ist nicht nur Titelbild zahlreicher Burgund-Führer und in der Saison mit Touristen überfüllt, sondern auch tatsächlich einen Besuch wert. Sein Inneres beherbergt mittlerweile ein Museum, das an die Vergangenheit als Seelenberuhigung der Reichen von Burgund erinnert. Das Hôtel-Dieu war ursprünglich ein Armenhospital, Stiftung des damaligen Kanzlers von Burgund, Nicolas Rodin, und einiger anderer Reicher, die noch hofften, sich mit milden Gaben das Himmelreich sichern zu können. Die ärmsten Kranken von Beaune und Umgebung durften sich damit an einer wirklich prächtigen Umgebung erfreuen.
Das Museum besteht hauptsächlich aus statischen Puppen, die herumstehen, wie es vor vielen Jahren die braven Krankenschwestern hoffentlich nicht nur taten; in der Küche kann man alle halbe Stunde bewundern, wie sich diese Puppen bewegen, Rauch aus dem Kamin aufsteigt und Spieße beginnen, sich wie von Geisterhand zu drehen, dazu blitzt Licht von allen möglichen und unmöglichen Ecken; kurz: das französische Verständnis von Tourismus-Spektakeln. Wer nicht sehr daran interessiert ist, den berühmten Weltgerichtsaltar von Rogier van Weyden für knapp 10 Mark pro Person zu sehen, bedauert sicherlich, daß das Eintrittsgeld schon vor Besuch des eigentlichen Museum abzuliefern ist - den kaum verzichtbaren Innenhof mit seinen, insbesondere in der Sonne, faszinierenden Giebeln und farbig glasierten Ziegeln sollte man nicht verpassen und er läßt sich leider auch erst nach Entrichtung des Entgeltes betrachten.
Gratis, aber auch nicht ganz so wertvoll, ist der Besuch der Collégiale Notre-Dame. Neben der ungewöhnlichen Vorhalle sind vor allem die vielen Bildteppiche sehenswert (wenn sie nicht - wie bei unserem ersten Besuch - fast alle zum restaurieren weggegeben wurden). Unweit der Kirche liegt das ehemalige Hôtel des Ducs des Bourgogne (Wohnsitz der Burgunderherzöge in Beaune), dessen um einen Innenhof gruppierten Fachwerkbauten ein malerisches Bild bieten. Mittlerweile beherbergen diese Gebäude das Burgundische Weinmuseum, in dem die Geschichte des Weinbaus auch dem Laien plakativ näher gebracht wird.
Kleiner Tip: will man den berühmten Dijoner Senf in Beaune kaufen - also in nächster Nähe - , sollte man genau nachschauen. Unter zehn Gläsern Senf - der dem Ruf entsprechend tatsächlich fast überall angeboten wird - findet man höchstens eins, das wirklich Senf aus Dijon beinhaltet.